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Kulturausflug mit der S-Bahn – Brückenträume und Klosterkunst in Fürstenfeldbruck

Die Münchner Innenstadt ist ein bezauberndes Fleckchen Erde, das wissen nicht nur wir Locals, sondern das ist weit über die bayerischen Landesgrenzen hinaus bekannt. Aber nicht nur die Innenstadt hat einiges zu bieten, speziell im Münchner Umland gibt es viele tolle Geheimtipps zu entdecken. Also: Ins Umland soll es heute gehen, aber wohin genau? Vielleicht nach Herrsching und an den Ammersee? Ein bisschen zu kalt zum Schwimmen gerade. Oder Tutzing? Sehr schön, aber da waren wir doch erst. Uns ist heute nach Kultur zumute. Au ja, Fürstenfeldbruck! Da waren wir noch nie, aber von dem schönen Kloster und der süßen Innenstadt haben wir schon oft gehört. Es ist also entschieden, auf geht's nach Fürstenfeldbruck. (Bitte beachtet unbedingt immer die aktuell gültigen Corona-Regelungen!)

Mystische Nebelstimmung in Fürstenfeldbruck

Es ist ein bisschen frostig draußen, als wir uns auf den Weg nach Fürstenfeldbruck machen. Wir schauen aus dem Fenster und sehen, wie sich leichter Nebel über die Felder legt, während wir mit der S4 in Richtung Geltendorf fahren. Nach etwa zwanzig Minuten haben wir unser Ziel erreicht, am Bahnhof sind wir kurz etwas skeptisch: Das schaut ganz schön verlassen aus hier. Doch kaum sind wir runter vom Gleis, führen uns die Schilder direkt zu unserem ersten Ziel: dem Kloster Fürstenfeld. Und so langsam erahnen wir schon den Charme der Kleinstadt. Wir spazieren entlang eines großen, freien Felds und können in den leichten Nebelschwaden schon die Spitze der Kirche ausmachen – schaut ziemlich mystisch aus. Nicht nur Sonnenschein kann einen Ort in ein ganz besonderes Licht tauchen, auch diese leicht düstere Nebelstimmung gibt der Umgebung einen ganz besonderen Touch.

Farbtupfer im Nebel: das Kloster Fürstenfeld

Mehr Kunstwerk als Kirche

Nach etwa 15 Minuten schreiten wir durch die Tore des Klosterhofs und sind ziemlich beeindruckt von der großen Anlage und den vielen Gebäuden, die sich um den Hof aufreihen. Direkt ins Auge sticht die beeindruckende Kirche. Das große Portal mit seinen klaren, geschwungenen Linien lässt bereits erahnen, wie es im Inneren des Gotteshauses aussieht. Davon müssen wir uns aber natürlich persönlich überzeugen und schreiten gespannt durch die schweren Türen. Für einen kurzen Moment sind wir sprachlos, die Kirche ist nicht nur ein Raum für Gläubige, sondern ein wahres Kunstwerk. Marmorsäulen, kunstvolle Fresken und lebensgroße Malerei – Wir können uns gar nicht sattsehen an diesem goldstrahlenden Meisterwerk. Entworfen wurde das alles vom Münchener Oberhofbaumeister Giovanni Antonio Viscardi im Auftrag des damaligen Kurfürsten Max Emanuel. Die Umsetzung dieses Großprojekts soll fast das gesamte 18. Jahrhundert in Anspruch genommen haben, das wundert uns bei diesem Anblick nicht.

Romantik und Historie im Museum bestaunen

Noch immer beeindruckt von der barocken Pracht schlendern wir weiter über den Klosterhof und stehen schnell vor dem Museum Fürstenfeldbruck. Da prangt neben dem Eingang eine mehr als lebensgroße goldene Büste, die uns schon ein wenig neugierig darauf macht, was uns im Museum erwartet. Aktuell ist eine Ausstellung mit dem Titel „Der romantische Blick – Werke aus der Sammlung Maibaum Lübeck“ in den Räumen der ehemaligen Klosterbrauerei zu sehen. Freut euch auf verträumte Landschaften und Pinselstriche in Pastelltönen, die berühren. Außerdem könnt ihr in den weiteren Abteilungen viel über die regionale Geschichte und Kultur erfahren – vom Kloster Fürstenfeld übers Leben in Bruck um 1900 bis zum Kapitel Römer, Kelten, Bajuwaren. Rundum informiert und inspiriert verlassen wir dann das Klostergelände wieder.

Wer Kultur und Geschichte erleben will, nimmt die S4 nach Fürstenfeldbruck.

Eine belesene Mühle

Jetzt wollen wir aber noch ein bisschen was von der Stadt selbst sehen. Wir folgen einfach den Schildern in Richtung Zentrum. Die führen uns durch einen kleinen, süßen Park entlang der Amper. Im Sommer kann man hier gemütlich auf einer der zahlreichen Bänke verweilen, oder eine Runde Schach spielen auf dem großen Spielfeld, das wir in einem Zipfel der Grünanlage entdecken. Heute ist es uns aber ein wenig zu frostig dafür und so schlendern wir weiter in Richtung Zentrum. Da fällt uns ein großer Turm direkt am Wasser auf. Was könnte das denn sein? Das schauen wir uns mal etwas genauer an und so gelangen wir auf das Gelände der Aumühle. Sie ist die älteste Mühle Fürstenfelds und wird schon 1331 in Urkunden erwähnt. Heute beheimatet sie unter anderem die Stadtbibliothek mit ihrem vielfältigen Medienangebot. Wir stöbern ein bisschen durch die Bücherregale und machen es uns dann im Lesecafé gemütlich. Bei einem Cappuccino in der Hand blättern wir durch eine der ausliegenden Zeitschriften und merken, wie unsere Füße langsam wieder auftauen.

Verträumt und friedlich – so erleben wir Fürstenfeldbruck.

Die Brücke zur Innenstadt

Obwohl uns noch immer ein bisschen kalt ist, wollen wir auf jeden Fall noch die Altstadt von Fürstenfeldbruck erkunden. So schlendern wir weiter durchs Grüne und über den malerischen Silbersteg. Er führt über die Amper, ist umrandet von Bäumen und Sträuchern – ein bisschen verträumt und absolut friedlich. Auf dem Eisensteg könnt ihr auch schon den Blick in Richtung Altstadt und auf die Amperbrücke genießen. Wir schreiten durch den neobarocken Torbogen von 1900, der auf dem Steg thront und finden uns kurze Zeit später in den wuseligen Straßen der Innenstadt wieder. Diese sind links und rechts von charmanten Altbauten gesäumt. Von oben strahlt uns bereits die weihnachtliche Beleuchtung entgegen, da fehlt nur noch der erste Schnee, dann wäre die Weihnachtsstimmung in Fürstenfeldbruck perfekt.

Noch ein Schnappschuss unter der Trauerweide, dann geht's hoam!

Zum Abschluss: die Suche nach dem schönsten Foto-Spot

Wir lassen uns noch ein bisschen treiben, sehen das ockerfarbene, neue Rathaus mit seinen verschnörkelten weißen Stuckfenstern, das alte Rathaus, das aufwendig bemalt ist – ja, Fürstenfeldbruck hat zwei Rathäuser – und die Amperbrücke. Die ist übrigens ein ausgezeichneter Foto-Spot, vor allem dank der beeindruckenden Trauerweide direkt daneben. Deren Blätter rahmen unsere Bilder und so wirken der steinerne Übergang, die weiße Kirche und die bunten Häuser im Hintergrund noch ein wenig idyllischer, als sie es sowieso bereits sind. Mit dem perfekten Foto im Gepäck stöbern wir noch ein wenig durch eine kleine Boutique, bevor wir uns wieder auf den Weg zum Bahnhof begeben. Während unsere Füße und Finger in der S-Bahn langsam wieder auftauen, überlegen wir schon mal, wohin unser nächster Ausflug gehen könnte …

Fürstenfeldbruck

Nächstgelegene Haltestelle
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