Für Dich bewegen wir uns
Fakten, die bewegen

Verstecktes bei der S-Bahn – habt ihr´s schon entdeckt?

Um eure Fahrt zu verschönern, haben wir uns für euch etwas Besonderes ausgedacht. Eine Art digitale Suche im S-Bahn Kontext. Denn auch wenn ihr vielleicht eigentlich ganz oft mit der S-Bahn fahrt, habt ihr diese fünf Details vielleicht noch gar nicht entdeckt. Dabei sind sie so wichtig für den Betrieb! Wisst ihr auch warum? Na los, ratet und sucht mit!

Eine Person mit Blindenabzeichen und Blindenstock nutzt das taktile Leitsystem

1. Spürt ihr sie? – die „unsichtbaren“ Bodenrillen

Je eingeschränkter die Sehfähigkeit, desto wichtiger ist unser erstes „Detail“ für manche Fahrgäste. Habt ihr diese weißen Rillen an den Bahnsteigen schon einmal wahrgenommen? Oder euch gefragt, was sie wohl bedeuten? Sie gehören zum sogenannten „taktilen Leitsystem“. Und das ermöglicht es Menschen mit Sehbehinderung, sich mithilfe eines Blindenstocks selbständig an Bahnhöfen und Haltestellen zu bewegen. Zusätzlich steht an vielen Metallläufen und Treppengeländern – am Hauptbahnhof zum Beispiel – in Braille-Schrift eine Richtungs- bzw. Straßenangabe. Plus ein Pfeil in Richtung Bahnhofshalle. In der angegebenen Richtung führen die eingelassenen Furchen direkt zu den Gleisen. Mithilfe ihres Blindenstocks können die Fahrgäste mit Sehbehinderung solche Markierungen wahrnehmen. Ebenso versteckt sich ein übergeordneter Sinn in den weiß-genoppten Feldern auf dem Boden. Die bedeuten: Richtungswechsel! Auch die weiß geriffelten Streifen entlang der Gleise sind eine elementare Orientierungshilfe für Menschen mit Sehbehinderung – sie weisen ihnen den Weg zur S-Bahn. Deshalb: Bitte nicht auf den Dingern stehen bleiben!

2. Ein rollender Mythos und seine Zeichensprache

Wer entspannt emor möchte, der fährt ganz gemütlich mit der Rolltreppe nach oben. Und dabei beachten die meisten von uns natürlich die populäre Regel: „Rechts stehen, links gehen.“ Aber Moment mal … die haben wohl unser nächstes „Detail" nicht gesehen. Dabei prangt es eigentlich ganz offensichtlich am Anfang der rollenden Stufen. Zwei Männchen stehen nebeneinander auf der Treppe. „Hä? Stehen?“, fragt ihr euch. Ganz genau! Aber leider übersehen das Piktogramm noch ganz viele Leute und der Mythos hält sich hartnäckig. Schade, denn Wissenschaftler haben schon längst herausgefunden, dass mehr Leute gleichzeitig befördert werden können, wenn sie links ebenso stehen wie rechts. Ansonsten bildet sich rechts ganz schnell ein Stau. Für die Leute, die sich bisher auf die Überholspur gestürzt haben, geht es im Stehen zwar langsamer voran, dafür kommen aber alle gemeinsam schneller ans Ziel. „Gemeinsam ans Ziel“ findet auch wir schön und fahren nun ganz gemütlich im Stehen weiter.

3. Wo ist der Haken?

Ein Gadget in unseren modernisierten S-Bahnen gefällt uns ganz besonders … Vielleicht hat es der ein oder andere Fahrgast ja schon entdeckt. Denn sowohl an eure Jacken, als auch an die Tüten und Regenschirme, wurde bei dem neuen Innendesign unserer modernisierten Züge gedacht. Schaut bei der nächsten Fahrt mal genauer hin und sucht die Seitenwände ab. Da werdet ihr sie finden. Genau, das dritte Detail, das wir hier versteckt haben, ist ein Haken! Das Designteam, das sich um die modernisierten S-Bahnen gekümmert hat, hat besonders darauf geachtet, dass unsere Fahrgäste an den Haken hängenbleiben können. Deshalb sind die speziell geformt.

4. Ein Vogelhäuschen bei den Schranken?

Wir sind ganz schön tierlieb bei der S-Bahn und besuchen gerne unsere tierischen Freunde in München. Zum Beispiel die Bienenstöcke am Giesinger Grünspitz, die Eichhörnchen im Englischen Garten und die Vögel in ihren Bäumen oder Vogelhäuschen. Bei den Vogelhäuschen an einiger unserer Schranken könntet ihr aber stutzig werden, denn da wohnt irgendwie gar kein Vogel drin. Und es ist auch gar kein Vogelhäuschen. Sind sie euch schon einmal aufgefallen, die Dreiecke an manchen Schrankenanlagen? An vielen Schranken steht eins links und eins rechts, und alle senden Lichtsignale ans gegenüberliegende Dreieck. Das Ergebnis ist ein „unsichtbares Kreuz“, das direkt auf den Schienen zusammentrifft. Sobald sich die Schranken schließen, scannt das System den Bereich bis zehn Zentimeter über den Gleisen. Würde jetzt jemand oder etwas im Weg sein, gibt das System die Durchfahrt nicht frei – der Lokführer erhält kein Fahrtsignal und kann den Übergang nicht passieren. Übrigens ein im wahrsten Sinne des Wortes „cooles“ Gimmick: Die „Dreiecksspiegel“ sind in vielen Fällen sogar beheizt. Nicht, damit sie es im Winter schön warm haben, sondern damit selbst die schlechteste Witterung der Technik kein Schnippchen schlagen kann.

5. Kleines Kabel, große Wirkung

Unser fünftes Detail kommt als Kabel daher. Sind sie euch schon einmal aufgefallen, die dunklen Kabel zwischen den Gleisen, entlang der Stammstrecke? Bei diesem Kabelpaar handelt es sich um die sosogenannte Linienzugbeeinflussung. Zwischen den Schienen gelegen, „kommunizieren“ die Kabel pausenlos mit den S-Bahnen, die über sie drüberfahren. Deswegen gibt es auch „Antennen“ unterhalb jedes Führerstands. Das Kabel leitet die dabei gewonnenen Informationen von der S-Bahn quasi im Sekundentakt an das System weiter. So weiß es ständig, wo welche Bahn unterwegs ist, wie schnell sie ist, wie groß der Abstand zwischen den Bahnen ist und welche Bremswege sich daraus ergeben. Das sorgt für Sicherheit bei maximal zügigem Betrieb. „Total effizient und abgefahren!“, finden wir auch. Denn auch er ist ja immer interessiert daran, seine Mobilität innovativer zu gestalten.