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Persönlich, digital und nah dran: Das neue Video-Reisezentrum in Moosach

Wir stehen am Bahnhof in Moosach und staunen nicht schlecht, als wir den großen roten Kasten entdecken, der da am Bahnsteig steht. „Video-Reisezentrum“ steht in großen Lettern darüber. Kurz: Ein Reisezentrum, dass Tickets bucht und Auskünfte gibt mit Servicemitarbeitern, die euch via Video zugeschalten werden. Wie so eine Reiseauskunft aussehen kann, wer hinter dem Bildschirm steckt und ob wir es hier mit einem digitalen Blick in die Zukunft zu tun haben – wir haben einfach mal den Knopf gedrückt und es für euch ausprobiert.

Die 100. Video-Verkaufsstelle in Deutschland

Wer kennt es nicht? Da steht man im Münchner Umland an einer Station, hat eine Frage zu seiner Fahrt oder zu einem Ticket, aber es ist niemand da. Genau diesem Problem hat sich die Deutsche Bahn angenommen, denn sie möchte möglichst allen ihren Fahrgästen persönlichen Service anbieten. Seit 2013 errichtet die DB deshalb deutschlandweit immer mehr Video-Reisezentren, Video-Schalter und Video-Automaten an kleineren und mittleren Bahnhöfen. So auch bei uns in Moosach, wo vor kurzem erst der 100. Video-Standort eröffnet wurde.

Hilfe wie von Zauberhand

Schön neu sieht es aus, als wir durch die Glastür hineingehen. Zu unserer Rechten fallen gleich die zwei Bildschirme auf - über dem einen eine kleine Kamera. Geradeaus ein typisches DB- Zahlsystem mit Kartenschlitz, Pin-Pad und Münzeinwurf. Bevor wir uns aber weiter umschauen, wollen wir endlich den Knopf drücken, der unübersehbar blinkt. Kurz erscheint eine Sanduhr auf dem Bildschirm, dann lacht uns auch schon ein DB-Mitarbeiter an. „Hallo mein Name ist Markus Kemper, wie kann ich Ihnen helfen?“ Noch während wir unseren Fahrtwunsch äußern, merken wir, wie im zweiten Bildschirm wie von Zauberhand Zielort und weitere Punkte eingegeben werden. „Unsere Bildschirme laufen gerade parallel“, erklärt Markus, während er die schnellste Verbindung für uns sucht. Noch kurz scannen wir unsere Bahncard auf dem Scan-Pad vor uns, schon druckt uns der sympathische Servicemitarbeiter unsere Fahrtinfo aus.

Von Moosach bis nach Paris

Wir prüfen kurz die Eckdaten, ob alles passt, dann bestätigen wir die Buchung und zahlen die Fahrkarte im Zahlautomaten neben uns. Sofort bekommt auch Markus die Meldung, dass gezahlt wurde und lässt die Tickets per Knopfdruck in unserer Kabine ausdrucken. Wir sind begeistert. „Da wir das gleiche System wie normale Reisezentren benutzen, können wir für euch viel mehr buchen als ein Standartautomat“, erklärt Markus weiter. Eine Zugfahrt von Moosach nach Paris buchen? Kein Problem für Markus und seine Service-Kollegen. Sie können europaweite Zugverbindungen für die Fahrgäste buchen, mit Ausnahme von Interrail und Sofort-Abos. „So müssen die Fahrgäste aus dem Umland nicht mehr extra in die Stadt fahren, sie können ihre Tickets einfach im Video-Reisezentrum kaufen“, sagt Markus.

Echte Menschen statt Computer

Neben Moosach finden wir auch an den S-Bahnstationen in Freising, Geltendorf, Wolfratshausen und bald in Starnberg Nord und Tutzing die modernen Video-Reisezentren. Insgesamt 70 Stunden pro Woche stehen die Servicemitarbeiterinnen und -mitarbeiter hinter den Bildschirmen für euch bereit. Markus sitzt zum Beispiel in Rosenheim, der Großteil seiner Kolleginnen und Kollegen in Kempten. Seit 2017 arbeitet er bereits im Reisezentrum und kann sich keinen schöneren Beruf vorstellen: „Ich mag den persönlichen Kontakt mit dem Fahrgast“, erzählt er uns lächelnd. Da der Kunde meist alleine im Video-Reisezentrum steht, ist es sehr ruhig, so kann ich ihm oder ihr immer 100% meiner Aufmerksamkeit schenken.“ Auch von den Fahrgästen erhält Markus positives Feedback. „Die Menschen freuen sich immer, wenn sie mit einer echten Person reden können, anstatt auf einem Computer rumtippen zu müssen.“ Das finden wir auch und verabschieden uns mit den Tickets in der Hand von Markus. Wer hätte gedacht, dass ein Ticketkauf mal so viel Spaß und Überraschung in petto hat?!