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Hinter den Kulissen

Wo unsere Azubis anpacken – die neue Lehrwerkstatt im Werk Steinhausen

Manche Zeitgenossen mögen es nicht verstehen, aber es gibt sie: Diese Vollbluthandwerker und Werkelfans, denen das Herz aufgeht, wann immer sie einen Baumarkt oder eine Werkstatt betreten. Die beim erdigen Geruch von Schmieröl in der Garage am liebsten direkt den Blaumann anziehen. Für genau diese Menschen dürfte das S-Bahn Werk Steinhausen ein einziges Paradies sein. Ein Ausbildungsparadies, möchte man sagen. Denn inmitten von S-Bahnen, die hier jeden Tag gereinigt, gewartet und repariert werden, gibt es einen besonderen Raum für unsere Azubis. Und dieser wurde vor Kurzem erst komplett umgebaut und optimiert: die Lehrwerkstatt. Wir haben uns dort mal umgeschaut und unseren fleißigen jungen Kollegen beim Werkeln über die Schultern geblickt. 

Der Trend: immer mehr Azubis

Moderne Säulen- und Tischbohrmaschinen, Fräsmaschinen und andere Technik, ergonomische Möbel. Schränke voll mit Werkzeug und Ölen – das alles in einem hellen Raum von rund 100 Quadratmetern. Ja, man könnte durchaus sagen: Die neue Lehrwerkstatt, in der die Azubis Birk, Selimhan und ihre Ausbildungsmitstreiter an zwölf verschiedenen Arbeitsplätzen geschäftig rumwerkeln, wirkt fast schon luxuriös. Obwohl: Ist Luxus dann noch Luxus, wenn er sinnvoll und notwendig ist? Wie auch immer, Fakt ist: Der Bedarf an Mitarbeitern im technischen Bereich der S-Bahn München ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Darum wurde auch die Anzahl an Azubis weiter hochgeschraubt – zuletzt von rund 15 in 2019 auf rund 20 Azubis in 2020. Und so musste natürlich auch die Lehrwerkstatt wachsen.

Neuer Ausbildungsbereich Mechatroniker

„Zum ersten Mal bieten wir dieses Jahr nicht nur die beiden Ausbildungen zu Industriemechaniker und Elektroniker für Betriebstechnik an, sondern auch den Mechatroniker“, erzählt Dominik. Er hat als Ausbilder nicht nur einen guten Blick für die individuelle Förderung der Azubis, sondern koordinierte auch die dreimonatige Umbauphase der Lehrwerkstatt. Statt an vier können die jungen Kollegen nun an zwölf Arbeitsplätzen ihr praktisches Wissen ausbauen – natürlich immer mit der Unterstützung von Dominik.

Eine Werkstatt in der Werkstatt

„Die Hauptausbildung, also der schulische Teil, findet bei DB Training in Aubing statt“, erklärt der Ausbilder weiter. „Wenn ein Azubi bei uns im Betrieb anfängt, dann bekommt er oder sie erst einmal eine Einweisung in die Maschinen. Dabei merkt man schnell, wo noch Nachholbedarf ist. Die Lehrwerkstatt macht uns in der Ausbildung also unheimlich flexibel, weil wir hier mit den einzelnen Azubis gezielt Lücken aufarbeiten oder sie individuell auf Prüfungen vorbereiten können.“ Aber auch zum Werkalltag tragen Auszubildende und die Lehrwerkstatt bei: Wenn in der Hauptwerkstatt nämlich Spezialarbeiten anstehen oder die Kapazitäten dort eng werden, springen sie ein. 

Nicht nur mit anpacken, sondern auch mitreden

Als vollwertiger Teil des Teams im Werk Steinhausen wurden die Azubis natürlich auch bei der Planung ihrer Lehrwerkstatt mit einbezogen. „Die schönste Werkstatt bringt ja nichts, wenn die Azubis sie nicht annehmen, weil sie sich dort unwohl fühlen“, sagt der Ausbilder. „Wir haben immer wieder in die Pläne geschaut und konnten Anregungen geben“, erinnert sich Selimhan, der mittlerweile im dritten Lehrjahr ist. „Super ist natürlich auch, dass hier jetzt alles viel geräumiger ist als vorher und wir auch viel neues Werkzeug haben“, fügt Azubi-Kollege Birk hinzu. Zwischen 15 und 25 Jahre alt sind die Azubis – Klar, dass die kleinen Problemchen im Ausbildungsalltag sehr verschieden ausfallen, erzählt der Ausbilder. Vor allem mit den Abläufen in einem Unternehmen müssen sich viele erst vertraut machen. Wo reiche ich eine Krankmeldung ein? Wie kann ich mich für Urlaub anmelden? Für solche Fragen steht ihnen auch die Personalabteilung parat. „Klar, wir sind ein großes Unternehmen. Aber die Azubis sind bei uns nicht nur Nummern. Jeder hat einen Namen und wir kümmern uns um alle gleichermaßen.“

Eure Bewerbungen sind willkommen

Dominik weiß sehr gut wovon er spricht. Er selbst hat nämlich vor 15 Jahren in derselben Werkstatt gelernt wie seine Schützlinge heute. „Der Ton wird hier auch mal etwas strenger, aber damit können die Jungs und Mädels ganz gut umgehen. Dafür bekommen sie von uns viel Freiraum, damit sie ganz individuell an sich arbeiten können“, sagt er. Apropos Jungs und Mädels: Die meisten Bewerbungen, die die S-Bahn München für die Ausbildung zu den technischen Berufen bekommt, stammen tatsächlich von männlichen Kandidaten. Aber immer wieder finden auch Mädels den Weg ins Werk Steinhausen. Übrigens, die Plätze für den neuen Ausbildungsschwung sind noch nicht komplett vergeben. Bewerbungen nimmt die Personalstelle immer bis August eines Jahres an. Einfach eine Bewerbung an die Personalabteilung oder via Karriereportal senden und vielleicht steht ihr dann ja bald schon neben Ausbilder Dominik und lasst euch die wichtigsten Handgriffe an Fräsmaschine und Co. zeigen.